Archiv für die Kategorie „Literatur“

Nicht nur Tiere sehen dich an

Montag, 8. Februar 2010

Schon in den 1920er Jahren war es üblich, gängige Buchtitel mehr oder weniger witzig zu variieren. Hier wird an einem Beispiel gezeigt, wie ein Bucherfolg von 1928 zunächst verulkt wurde, später aber politisch zunehmend gegensätzlich instrumentalisiert und bösartig bis „eliminatorisch“ benutzt worden ist.

Der Text erschien im Jahr 2007 in MARGINALIEN – Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie (185. Heft).

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Download des ganzen Textes.

Wie sich die DDR um die Menschenrechte sorgte

Sonntag, 27. Dezember 2009

Zu Beginn der 50er Jahre, als die Menschen massenhaft die junge DDR verließen und im Westen die Unfreiheit in der “Zone” angeprangert wurde, gab es Bemühungen der SED, dem entgegenzusteuern. Man gründete ein Komitee, das Verletzungen von Grundrechten anprangern sollte – aber nur in Westberlin. Das war der “Groscurth-Ausschuß”, benannt nach einem im Krieg hingerichteten Widerstandskämpfer. Doch nicht seine Witwe verfaßte den flammenden Gründungsaufruf, wie es in dem Buch von Delius heißt (“Mein Jahr als Mörder”), sondern zwei Funktionäre aus der SED-Bezirksleitung Berlin. Und daß dabei mit Heinz Brandt maßgeblich ein späteres Opfer der DDR beteiligt war, ist besonders bezeichnend für diese heuchlerische “Menschenrechts”-Arbeit.

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Der Williams & Co. Verlag

Sonntag, 28. Juni 2009

1996 erschien erstmals eine Verlagsgeschichte mit Bibliographie in der Zeitschrift “Marginalien” (Heft 142).

Ende 1997 fand in der Stadtbücherei Wilmersdorf eine Ausstellung über den Verlag statt. Dazu erschien eine erweiterte Verlagsgeschichte mit Bibliographie als Broschüre. Sie ist schon seit langer Zeit vergriffen und soll demnächst erheblich erweitert neu erscheinen.

Hier geht’s zur Geschichte des Verlages (ohne die Abbildungen).

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Der Arzt, der kein Mörder war

Sonntag, 28. Juni 2009

Im Jahr 2000 erschien in Konstanz unter dem Titel “Die Blechschachtel” ein Sammelband mit Erzählungen. Die Titelgeschichte schilderte – angeblich authentisch – die Vorgänge in einer Hornberger Arztpraxis. Es soll sich bei den alten Filmen in einer vergrabenen Schachtel um Fotos von medizinischen Versuchen in Konzentrationslagern gehandelt haben.
In dem Aufsatz “Der Arzt, der kein Mörder war” wird 2006 (86. Jahresband von “Die Ortenau”) anhand von Archivalien nachgewiesen, dass es diese Versuche gar nicht gab und der beschuldigte ehemalige SS-Arzt in Wirklichkeit ein Beschützer der Häftlinge war.

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Das Ende der “Weltbühne” – Das letzte Heft im März 1933

Sonntag, 28. Juni 2009

Der Nachdruck der Weltbühne-Jahrgänge endete mit dem letzten 1933 erschienenen Heft, es war die Nummer 10.
Heft 11 war zwar noch gedruckt worden, musste jedoch in der Druckerei vernichtet werden. Aus den Druckfahnen, die im Nachlass des damaligen Redakteurs liegen, wurde das Heft rekonstruiert und erschien zunächst ohne Einleitung mit den anfangs leeren Seiten des vorhandenen Exemplars.

In einer zweiten Auflage erschien es dann 2003 mit einem Vorwort in Hannover im Verlag Ossietzky. In der Vorlage waren die Seiten 377 bis 380 leer, weil der Leitartikel immer unmittelbar vor dem Druck eingefügt wurde.

Download des Vorworts hier

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Goethe und Hansjakob in Dachau

Sonntag, 28. Juni 2009

Zu den stärksten Häftlingsgruppen im KZ Dachau zählten die Geistlichen. Nico Rost beschreibt in seinem frühen Erinnerungsband “Goethe in Dachau” die Kommunikation der Häftlinge und ihre Themen. Eines dieser Themen war das Werk des Schwarzwälder Heimatschriftstellers Heinrich Hansjakob. Besonders prädestiniert, dies vorzustellen, war ein Wissenschaftler aus Freiburg, der bereits durch einschlägige Veröffentlichungen hervorgetreten war.

Im Heinrich-Hansjakob-Brief 103 wurde im Jahr 2000 der Hintergrund dieser Vorgänge beschrieben.

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Zur Kulturgeschichte des Spitzels

Sonntag, 28. Juni 2009

Anhand von Beispielen aus der Geschichte wird kurz auf das Spitzelwesen in den letzten Jahrhunderten eingegangen, bevor es dann eingehend um den Nazi-Spitzel Othmar Toifl geht. Er war in den 20er Jahren für die NSDAP in Berlin tätig und wurde 1934 beim sogenannten “Röhm-Putsch” von seinen Gesinnungsgenossen ermordet – vermutlich weil er zuviel wußte.

Download hier.

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Der Millionenbau am Teltowkanal

Sonntag, 28. Juni 2009

Ebenfalls 1992 erschien ein Aufsatz über ein außergewöhnliches Haus in Berlin-Steglitz und seine Bewohner.

Er erschien in einem Sammelband, den das Bezirksamt Steglitz herausgab (Seite 311-331). Vor allem auf die NS-Zeit wird ausführlich eingegangen.

Die Familie Kilgus

Sonntag, 28. Juni 2009

Im Werk des Schwarzwälder Heimatschriftstellers Heinrich Hansjakob kommen viele Personen und Familien der Haslacher Einwohnerschaft vor. Eine der Familien sind die Kilgus, die meisten waren Hutmacher. Ihre Erwähnung bei Hansjakob ist das Thema dieses Textes.

KILGUS bei Hansjakob

Der mittlere Teil des alten Palais: Links das Haus des Wagners, rechts davon die Hutmacher. Vorne steht der letzte Hutmacher, über ihm im Fenster der erste Uhrmacher. Rechts das Haus der Lenebas. Entstanden vermutlich nach 1900.

Das Haus der Hutmacher. Oben rechts der letzte Hutmacher mit seiner dritten Frau, darunter ihre beiden Töchter. Links oben Karl Kilgus, der Uhrmacher.

In Vorbereitung oder vorerst vertagt

Sonntag, 28. Juni 2009

Folgende Forschungsthemen befinden sich in der Vorbereitung oder wurden vorerst vertagt:

  • Der Schnellinger Giftmord von 1856: die erste Anwendung der Guillotine in Baden *
  • Die Berliner Mauersprenger aus Haslach, 1962 *
  • diverse Zusammenstellungen und Übersichten zu Kurt Tucholsky und zur Weltbühne( Literaturübersicht;        Karl Brunner; Hans Reimann; die WB-Mitarbeiterinnen; Prozesse; Chronologie März 1933; die Geschichte der Telefonanlage, usw.)
  • Der Verlag der Weltbühne (bzw. Schaubühne) als Buchverlag (mit Bibliografie)
  • Die Leserkreise der Weltbühne ab 1926 und ihre Verfolgung ab 1933
  • Die Mitarbeiter des Williams & Co. Verlages ab 1924
  • Die Junker Kähne zu Petzow, ihre vielen Opfer und die Justiz
  • Liebe, Tod und Exil. Der Steglitzer Schülermord 1926 (u.a. über Paul Krantz, Ps. E.E. Noth)
  • Lieschen Neumann und ihre Freunde: Sex & crime 1930 in Berlin (Mordfall Fritz Ulbrich)
  • Die Steglitzer Widerstandsgruppe DKS und Johannes Jaeschke
  • Die Buchreihe „Außenseiter der Gesellschaft – Die Verbrechen der Gegenwart“, Berlin 1924/25
  • „Im übrigen bin ich noch heute stolz darauf…“ – Aufregung 1957: Sputnik, Nitribitt und der Fall Zind
  • Der Verlag Gesellschaft und Erziehung bzw. Verlag der Neuen Gesellschaft in Berlin-Fichtenau (mit Bibliografie)
  • Die Berliner „Felix-Dahn-Gesellschaft“ als Tarnorganisation der Ludendorffer-Sekte
  • Freikorps-Lexikon TÄTER, OPFER, NUTZNIESSER (mit Bibliografie)
  • Waldspaziergang mit Hebbels Tagebüchern im Totalen Krieg: Rechtsanwältin Anita Eisner korrespondiert auf der Flucht vor der Gestapo mit ihrer elsässischen Schulfreundin
  • Hedwig Bernhard, Rilkes unbekannte Verehrerin im Schwarzwald (1913)*
  • Die 86. SS-Standarte (Offenburg) *
  • Badische Auswanderung nach Algerien, um 1860 *
  • Erna Margaretha Anders und Heinrich Hansjakob: Haslacher Bemühungen 1936/37
  • Korruption, Ernährung und Krieg: die Firma Nöthling in Berlin-Steglitz (für Ausstellung, 2005)
  • Lieber Fritz ! Heute ging ich einkaufen da gingen wir in einen Laden der Laden war ganz voll Fleisch… Briefe eines ausgehungerten Berliner Kindes aus Schweden, 1919/20
  • Die Haushaltsbücher von Gerda Zeckwer (1902-2002) als Spiegel der Zeit
  • Der Pariser Exilverlag Editions du Carrefour und sein Programm (1933-1937)
  • Hans Stuck rast durch den Schwarzwald: Waldkirch, Schauinsland, Welschensteinach *
  • Warum war Ottersweier ein Ziel auf dem Fahrplan der Deportationszüge ? Rätselhafte Transporte aus dem Warthegau im Januar 1943 *                                                                                                                                    * für Die Ortenau